Österreich: Verbot von privaten Tierinseraten (Verkaufsverbot)

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339707 - gwendoline63 - pixabay.com - CC0 Creative Commons

In Österreich ist am 25.04.2017 das novellierte Tierschutzgesetz (PDF-Version) in Kraft getreten, mit dem unter anderem ein Verbot von privaten, öffentlichen Tiervermittlungsanzeigen eingeführt wurde.

Keine Tieranzeigen mehr im Internet

Auch bisher galt schon in Österreich ein Verkaufsverbot von Tieren auf öffentlichen Plätzen – allerdings wurde bisher das Internet nicht als „öffentlicher Platz“ definiert. Entsprechend gab es in Österreich, so wie es auch in Deutschland bei diversen Onlineplattformen üblich ist, einen schwunghaften Handel mit Haustieren.

Die neue Fassung des Tierschutzgesetzes nennt nun auch deutlich das Internet und verbietet dort jeder Privatperson, ein Tier zum Verkauf oder zur Weitergabe anzubieten.

Tierschutzgesetz § 8 (a) Abs. 2:

„Das öffentliche Feilhalten, Feil- oder Anbieten zum Kauf oder zur Abgabe (Inverkehrbringen) von Tieren ist nur im Rahmen einer gemäß § 31 Abs. 1 genehmigten Haltung oder durch Züchter, die gemäß § 31 Abs. 4 diese Tätigkeit gemeldet haben, sofern sie nicht auf Grund einer Verordnung von dieser Verpflichtung ausgenommen sind, gestattet. Dies gilt auch für derartige Aktivitäten im Internet. Ausgenommen davon ist die Vornahme solcher Tätigkeiten im Rahmen oder zum Zweck der Land- und Forstwirtschaft.“

Inserate nur noch von Händlern, Züchtern oder dem Tierschutz

Ausgenommen vom Verkaufsverbot sind nur Landwirte, Züchter und anerkannte Tierschutzverein/-heime. Eine ursprünglich angedachte Ausnahme für ältere Tiere wurde gestrichen, so das jetzt jede Privatperson, die ihr Tier abgeben möchte/muss, dafür entweder einen Händler oder den Tierschutz einschalten muss.

Ein Verkauf oder eine Weitergabe ohne öffentliche Anzeige ist natürlich weiterhin auch in Österreich erlaubt, d.h. per Mundpropaganda darf auch jetzt noch ein Tier angepriesen werden, nur halt nicht mehr mit einem Aushang im Supermarkt oder einer Anzeige im Internet.

Weitere Verbesserungen

Neben dem Verbot von öffentlichen Tieranzeigen führt die Novellierung eine Pflicht zur Kennzeichnung von Zuchtkatzen mit einem Mikrochip ein und verbietet das Tätowieren oder die Verfärbung von Haut, Federkleid oder Fell aus modischen oder kommerziellen Gründen.

Sinnvoll oder nicht?

In wie weit ein solch striktes Verkaufsverbot sinnvoll und zweckdienlich ist, wird sich erst zeigen müssen. Denn leider bedeutet die jetzt zwangsläufig notwendige Einschaltung von Händlern, Züchtern, Landwirten oder Tierschützern nicht automatisch das beim Verkauf höhere Anforderungen an den Käufer gestellt werden.

Ob sich so der illegale Welpenhandel mit „Wühltischwelpen“ reduzieren lässt muß sich wohl erst im Laufe der Zeit erweisen…

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